Audiolinks: #dradiowissenneu, virales Audio & die perfekte Nachrichtenminute im Radio

#dradiowissenneu

Morgen geht es los – Neustart bei DRadio Wissen. Seit vier Jahren sendet die digitale dritte Welle des Deutschlandradios schon, aber offenbar nicht wirklich erfolgreich. Konkrete, nachvollziehbare Zahlen veröffentlicht der Sender nicht. Aber eines scheint klar: Es sind bisher zu wenige Hörer und sie sind nicht jung genug. Deshalb der Relaunch. Was DRadio Wissen vorhat, erzählt Programmchef Ralf Müller-Schmid im Interview bei radioszene.de. Unter anderem soll Musik einen größeren Stellenwert bekommen.

Einen Hör-Eindruck bekommt ihr hier:

Zum Start von Dradio Wissen bin ich damals extra früh am Morgen aufgestanden. Nach und nach habe ich den Sender immer weniger gehört. Die Mischung aus Wortradio, der Fahrstuhl-Musik dazwischen und der bemüht-lässigen Moderation hatte mich immer weniger mitgenommen. Von daher ist es gut, dass sich was tut. Spannend finde ich, dass es parallel zur Morgensendung ein Live-Blog geben soll. (Foto-)Blogs für ihre Frühsendung haben schon viele deutsche Sender. Ein Live-Blog -vergleichbar mit einem Sportticker- gibt es wohl noch nicht. So etwas hat Potenzial fürs Radio. Das fand ich schon, als Spiegel Online mit dem Morgenticker im Dezember ein ähnliches Format eingeführt hatte:

 

 

Virales Audio

 

Dass Audio im Netz ein vermeintliches Schattendasein fristet – diese Debatte ist nicht neu. Martin Hoffmann hat vor ziemlich genau zwei Jahren vom Schwarzen Schaf des Online-Journalismus geschrieben. Titus Gast hat das damals etwas relativiert: „Allerdings sollte man bei der Bestandsaufnahme berücksichtigen, dass journalistische Audioinhalte einem selten aus irgendwelchen Webseiten entgegenbrüllen, sondern dass sie sehr oft als Audio-Podcasts oder Radiostreams daherkommen. Und da kann ich bei den einschlägigen Portalen beim besten Willen kein Nischendasein ausmachen.“ Dennoch verbreitet sich eigentlich fast nie eine Audio-Datei viral im Netz – im Gegensatz zu Fotos, Gifs oder Videos. Und deswegen sorgte bei Radiomachern auch vor einer Weile der DIGG-Artikel mit dem Titel „Why Audio never goes viral“ für neue Diskussionen.

Virales Audio NPR

Audio-Schnipsel, Bild, Text – so der Ansatz bei NPR (Screenshot: kplu.org)

Interessant ist daher der Werkstattbericht bei Nieman Lab über die Experimente von NPR. Dort schneiden sie nämlich den kurzen Höhepunkt eines längeren Radiostücks raus, fügen ein Bild und Text dazu, teilen es im Netz – und wollen so dafür sorgen, dass sich ihre Audio-Inhalte viraler verbreiten. Offenbar mit ersten Erfolgen. Der Fokus liegt dort auf klangstarken Audio-Stücken, bei denen es besser ist sie zu hören als zum Beispiel einen Text darüber zu lesen. Der Ansatz ließe sich aber zum Beispiel auch auf Interviews übertragen, indem man die besonders strittige oder griffige Kernaussage heraus schneidet. Einen Versuch wäre es also wert, auch bei uns in Deutschland.

 

Die perfekte Nachrichtenminute

 

Die Nachrichtenminute bzw. der Kurzbeitrag (NaMi oder KB, wir Journalisten lieben ja Abkürzungen) ist eine der häufigsten Darstellungsformen im Radio. Für viele ist das Schwarzbrot-Journalismus – und so klingt es dann auch öfter. Manchmal geht es gar nicht anders, denn die Beiträge müssen nicht selten innerhalb weniger Minuten geschrieben und gesprochen werden. Der NPR-Korrespondent für das Weiße Haus, Scott Horsley, sagt dazu richtigerweise: „If you can’t make it beautiful, at least make it clear. And if you can’t make it clear, at least make it short.“ Inspiration für bessere Nachrichtenbeiträge gibt es im Artikel von Phyllis Fletcher und Robert Smith. Einiges davon würden deutsche Radiosender wohl nicht als Nachrichtenbeitrag senden, wie zum Beispiel das hier:

Aber es hat mich noch einmal neu über das nachdenken lassen, was ich selbst regelmäßig mache. Und am besten ist sowieso Tipp 7: „Have Fun“.

Artikel via @DietzSchwiesau

Wow. It's Quiet Here...

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